1:0 in der 98. Minute – Pascal Broda lässt die Geist eskalieren

Aufschrei in der Geist! Aber kein panischer, politischer Aufschrei wie so oft im Land dieser Tage, sondern sportlicher Jubel. Ekstase pur, dieser Sonntag und dieses Spiel gegen den TV Brechten. Pascal Broda sichert dem BV Lünen in der 98. Minute einen 1:0-Erfolg gegen den TV Brechten. Was dann folgt, ist mit Worten nur schwer zu beschreiben…

Aber fangen wir von vorne an. Dennis Gerleve hatte am Sonntag 14 Spieler zur Verfügung. Ihren Platz in der Startelf haben dabei neben dem Trainer selber noch Tobias Gnida, Steven Helmrich, Gabriel Vogel, Yasin Acikgöz, Marcell Gebauer, Marco Kaliga, Mark Friemann, Pascal Broda, Fabian Nitsch und Manuel Rebiger gefunden.

Spiele gegen den TV Brechten sind immer etwas besonderes, trennen die beiden Vereine doch nur wenige Minuten Autofahrt. In der vergangenen Saison trennten sich beide Vereine zwei Mal Remis. Besonders ärgerlich dabei das Spiel in der Rückrunde, dort führte die Geisterelf auf fremdem Platz bereits deutlich, nur um am Ende doch nur 3:3 zu spielen. Das sollte am Sonntag nicht passieren.

Doppelte Unterzahl

In einem Spiel voller Nicklichkeiten passierte vor den Toren zunächst wenig. Und wenn ein Ball mal durchkam, dann waren beide stark spielenden Torhüter stets zur Stelle. Auf Seiten der Geister ist es schön zu beobachten, dass Eigengewächs Tobias Gnida die Rolle im Tor der Senioren immer besser annimmt und seine Nervösität zusehends auf die Seite legt. Sicher auch ein Verdienst von Benjamin Gillner, der Tobias in den letzten anderthalb Jahren im Training stets geholfen und ihn gefördert hat.

Pascal Broda schoss den BV Lünen zum Sieg gegen Brechten.

In der zweiten Halbzeit wurde die Partie zu einem Aufreibungskampf. Mehr und mehr trat das spielerische Element in den Hintergrund, der Kampf dafür deutlich in den Vordergrund. Und die Weichen für den BV Lünen stellten sich nicht gerade auf Sieg. Nach 58 Minuten dezimierten sich die Geister zum ersten Mal: Fabian Nitsch sah die Ampelkarte. Eine harte Entscheidung.

Und nur fünf Minuten später dachten wohl viele Zuschauer, dass es jetzt dahin geht mit dem BV05: Yasin Acikgöz sah glatt Rot. Laut Spielberichtsbogen wegen groben Foulspiels. Der Schiedsrichter sah die Situation so: Acikgöz rutschte seinem Gegenspieler von hinten in die Beine, hat keine Chance auf einen Ballgewinn. Also der vorzeitige Weg in die Kabine.

Auch Brechten spielt mit 11 Mann zu Ende

Doch anstatt die Partie zu verlieren kämpften sich die verbliebenen neun Geister immer weiter in das Spiel. Laufarbeit, Laufarbeit und noch mehr Laufarbeit vom Innenverteidiger bis zum Stürmer. Und es wurde belohnt. Aufgrund diverser Unterbrechungen ließ der Spielleiter ganze acht Minuten (!) nachspielen. In der ersten Minute der Nachspielzeit sah der Brechtener Scharge nach Foul an Gerleve die rote Karte. Vielleicht noch einmal die Inititialzündung für die 05er.

Brechten machte Druck, wollte drei Punkte entführen. Und ließ dabei Räume für Konter entstehen. Viel zu oft versandeten diese aber. Nicht so in der 98. Minute: Mit der letzten Aktion des Spiels taucht Pascal Broda alleine vor dem Torwart auf. Die anwesenden Meckerköpfe ahnten jetzt nichts gutes, geht der gute Pascal doch häufiger mal…sagen wir…kreativ mit Tormöglichkeiten um.

Broda lässt es eskalieren

Nicht so dieses Mal: Sicher schloss er ab – das ganz späte 1:0 für den BV Lünen. Und jetzt kannte es in der Geist kein Halten mehr. Ersatzspieler, sportliche Leiter, ja sogar Zuschauer rannten auf das Feld um mit Pascal zu feiern. Das Spiel wurde gar nicht mehr angepfiffen. Der BV Lünen hatte ein eigentliches Ding der Unmöglichkeit geschafft. In langer doppelter Unterzahl holt die Erste endlich wieder einen Sieg. Und schafft so vielleicht den Turn-Around nach zuletzt eher schwachen Auftritten.

Ungläubig waren Teile der Aktiven noch nach dem Spiel. Ein völlig fertiger Manuel Rebiger saß da vor der Heimkabine und fragte: „Was macht ihr eigentlich mit mir? Meine Nerven…“ Er war nicht der einzige. Marc Stommer berichtete im Nachgang, wie er vor Jubel über die Seitenabsperrung sprang um auf das Spielfeld zu gelangen. Erst ihm Nachgang wurde im klar, was er da eigentlich gemacht hat.

Es sind Momente wie diese, die uns antreiben. Momente wie diese, die man so schnell nicht vergessen wird. Und Momente wie diese, die einfach Lust auf mehr machen. Wo warst du, als Pascal Broda die Geist eskalieren ließ? Wer am 1. Oktober 2017 nicht auf der Sportanlage in der Geist war, der hat echt was verpasst…

Spieldaten

BV Lünen: Gnida, Helmrich, Vogel (86. Nickel), Acikgöz, Gerleve, Gebauer, Kaliga, Friemann (61. Tiemann), Broda, Nitsch, Rebiger (61. Surmiak)

TV Brechten: Backes, Reeb, Scharge (73. Ebel), Schulze, Lukas (56. Felithan), Hielscher, Fritsche, Schmitt (61. Chawich), Plegge, Hoffmeister, Scharge

Es ist nur jeweils die erste Einwechslung angegeben. Spieler dürfen nach Auswechslung bekanntlich wieder ins Spiel gebracht werden

Gelbe Karten

BV Lünen: Nitsch, Acikgöz, Gerleve, Broda, Kaliga

TV Brechten: Lukas, Plegge, Hoffmeister


Gelb-Rote Karten

BV Lünen: Nitsch

TV Brechten:


Rote Karten

BV Lünen: Acikgöz

TV Brechten: Scharge


Tore

Broda (90+8)