Damentrainer Rinke im Interview

Auch die Vorbereitung der Damen läuft auf Hochtouren. Hier zu sehen Trainer Rinke. Archivfoto: Dellbrügge

Wenn wir beim BV Lünen über Frauenfußball sprechen, dann zwangsläufig auch über Wolfgang Rinke. Der im Januar 1955 in Ahlen geborene Rinke hat schon zwischen 2005 und 2010 unsere damalige Damenmannschaft trainiert. Jetzt ist er zurück in der Geist und baut ein neues Team auf. Über die Herangehensweise und Ziele haben wir am Mittwoch nach dem ersten Training mit Wolfgang gesprochen. Hier das Interview…


Hi Wolfgang. Kannst du dich zum Start vielleicht einmal ein bisschen vorstellen? Wie du bist als Trainer beim BV Lünen gelandet?

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Wolfgang Rinke beim Training in der letzten Woche. Foto: Dellbrügge

Ich war früher bei LR Ahlen und habe in der Jugend trainiert. Die B-Jugend habe ich sogar in die 2. Liga geführt. Meine Tochter Romina hat damals immer bei den Jungs gespielt. Das geht ja aber irgendwann nicht mehr. Da habe ich dann auch erstmal Schluss gemacht. Sie ist dann zu Fortuna Walstedde gegangen. Und du weißt ja wie das ist: Wenn du einmal Trainer gewesen bist, dann sprechen die Leute dich an. Dort habe ich also die Mädels ein bisschen gemacht und irgendwann die Erste Damen übernommen. Da habe ich auch Sonja (seine Lebensgefährtin) kennengelernt.

Von Waldstedde bin ich dann mit ihr nach Pelkum gegangen und habe da ein bisschen den Co-Trainer gemacht. Die Mannschaft hat dann mal hier in Lünen beim LSV ein Spiel gehabt. Bei diesem bin ich vom BV Lünen angesprochen worden, ob ich nicht in der Geist was machen möchte. So kam ich dann hier in den Verein. 2005 habe ich die Damen übernommen. Wir sind sogar in die Bezirksliga aufgestiegen. Weil es aber ein paar Probleme gab, endete die Zeit hier 2010.

Im Anschluss bin ich dann nach Obereving gegangen. Das war aber für mich und Sonja ein verlorenes Jahr. Die wollten alle ein bisschen auf Familie machen. Kein Training und immer nur Ball hinlegen und Torschuss. Da bin ich aber der falsche Typ für.

Danach ging es dann nach Brambauer. Auch dort konnten wir in die Bezirksliga aufsteigen. Im zweiten Jahr in der Liga sind aber leider viele Spielerinnen gegangen und der Kader wurde zu klein. Und jetzt bin ich wieder hier. Hier werde ich mit Sicherheit meine Karriere beenden. Das kann ich euch jetzt schon sagen.

Du hast gerade über Kader gesprochen, das war ein Stichwort für mich. Beim Training heute konnte ich beobachten, dass das Niveau natürlich noch nicht auf einem Level ist. Man sieht durchaus, wer schon längere Zeit gegen den Ball tritt und wer sich gerade mal neu darin versucht. Gibt es schon eine „fertige Mischung“ für den Kader? Und wie wird die Herangehensweise sein. Ihr startet ja in der Kreisliga B?

Ich sage es mal so. Wenn du eine neue Mannschaft machst und musst ganz unten starten, dann kann das nicht verkehrt sein. Da kann man sich einfach mal versuchen, kann sich einspielen. Da ist dann auch der Druck noch nicht so groß. Es natürlich aber mein Ziel und auch das der Mädels schnell aus der Liga raus zu kommen.

Das große Ziel ist klar: Bezirksliga. Aber das ist nicht einfach, andere Mannschaften spielen ja auch Fußball. Aber ich weiß ja, was noch kommt. Und es kommen noch richtig gute Fußballerinnen hier her. Vom Potenzial sollte das also möglich sein. Man darf aber nicht zu sehr die Augen ganz nach oben richten. Geduld und Zeit gehören schon dazu.

Das hört sich ja schon gut an. Zum eigentlichen Sport soll es das auch schon gewesen sein. Da quatschen wir dann in der Vorbereitung noch einmal drüber. Zum Abschluss aber noch das hier: Hast du selber als Trainer irgendwelche Vorbilder?

Hennes Weisweiler und damals Udo Lattek. Das sind richtige Persönlichkeiten gewesen. Die waren als Trainer richtig gut und auch als Mensch. Beide sind für mich leider zu früh verstorben. Aber sie waren und sind richtige Vorbilder für mich.

Das Gespräch führte Florian Dellbrügge