Rudi Väth – Der „K.o-König“ der 50er Jahre ist gestorben

Der Sport der Stadt trauert um einen seiner bekanntesten Boxer. Rudolph „Rudi“ Väth (22. 4. 1934 – 6, 1. 2016) starb im Alter von 81 Jahren am Mittwoch.


Als Väth vor über einem halben Jahrhundert noch Schwinger, Geraden und Haken verteilte, feierten ihn 3000 Zuschauer. Er war der „K-o-König“ der 50er Jahre. Väth verkörpert ein Stück Lüner Box-Geschichte, die ihren Höhepunkt in den 50er Jahen am „Schützenhof“ an der Cappenberger Straße erlebte.

Erster Box-Sportclub in Lünen war in den 20ern „Rot-Sport“. Über Kraftsportverein 21 wurde daraus der BC Lünen 31. Ab 1925 gab es beim SV Preußen 07 in Horstmar Boxen. 1932 ging es in Brambauer los. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte der Lüner SV nach 13 Jahren wieder eine Boxabteilung auf.

Rudi Väth verkörpert ein Stück Lüner Box-Geschichte. Die Bilder zeigen die Gründungsstaffel der Faustkämpfer 1951 Lünen mit Nowak II, B. Väth, Ohm, Nowak I, R. Väth, Gatzke, Groth, Marek, Netthövel und Kleine. Die anderen Bilder zeigen Väth als junges Box-Talent und als rüstigen 60-Jährigen. Repro: Janning

Rudi Väth verkörpert ein Stück Lüner Box-Geschichte. Die Bilder zeigen die Gründungsstaffel der Faustkämpfer 1951 Lünen mit Nowak II, B. Väth, Ohm, Nowak I, R. Väth, Gatzke, Groth, Marek, Netthövel und Kleine. Die anderen Bilder zeigen Väth als junges Box-Talent und als rüstigen 60-Jährigen. Repro: Janning

Dort startete Rudi Väth. 1934 in Trier geboren, zog er 1940 nach Lünen . Fünf Jahre später kam er bei einem Besuch der Großeltern in seiner Geburtsstadt durch einen Cousin zum Boxen.

1946 bestritt er, zwölfjährig, seinen ersten Kampf in Lünen. Nur drei Jahre später sicherte er sich seine erste Bezirksmeisterschaft, den ersten von sechs Kreis- und Bezirkstiteln. Die Vorkämpfe zur Westfalenmeisterschaft überstand er bestens im Ring. Den Endkampf verpasste er – wegen Übergewichts.

Der Box-Sport ging in Lünen, trotz der großen Zuschauerresonsanz, zuerst im Lüner SV zuende. Väth wurde Gastboxer n verschiedenen Staffeln, so in Dortmund-Derne und Dülmen, 1851 wurde der Faustkämpferklub Lünen gegründet. Väth gehörte vom ersten Tag dazu, setzte seine Laufbahn erfolgreich fort. 1953 wurde er wieder  Bezirksmeister, scheiterte erst im Finale der Westfalenmeisterschaft. Insgesamt bestritt er 180 Kämpfe – zwei Drittel gewann er durch k.o.

Er heiratete 1958, hängte zwei Jahre später die Boxhandschuhe an den berühmten Nagel. Doch ohne Sport lief bei ihm nichts. So trat er den Altherren-Fußballern des BV Lünen 05 bei, lief dort bis 1974 der Lederkugel nach.

Fast nahtlos ging es mit Tennis weiter. Er turnte bei der damaligen TuS Westfalia Wethmar, baute dort 1991 eine Wirbelsäulen-Gymnastik- und eine Senioren-Gruppe auf.

Text: Bernd Janning